21.09.2021 Jonas Dyhr Rask

Streetfotografie: 9 Tipps für spannende Aufnahmen

Jonas Dyhr Rask

Jonas Dyhr Rask (1980) is a General Practitioner of Medicine, G.P. M.D. from the university of Aarhus with a burning passion for the photographic medium.
His photographic career started in 2008 when he got his first Canon DSLR. Since then he has ventured into film photography of various formats, as well as the FUJIFILM X-System. His father being a wedding photographer, he grew up around cameras.
His photographic inspiration comes from the interplay between humans and their surroundings. Drawing directly from his degree in medicine, his type of street photography seeks to isolate the human element and direct focus towards it, using the cityscape as a stark material contrast. He brings this documentary street photography style to his contract photography work, where he functions as a documentary wedding photographer, as well as a childrens portrait photographer.
Using only available natural light, and using a candid approach, he seeks to document true life as it happens on the streets of Denmark without interfering or intervening.
Photographing mostly using high contrast black and white, he seeks to eliminate colors as a distraction to the subject and scenery, trying to bring story and emotion to the viewer.

    Die Streetfotografie ist ein abwechslungsreiches und spontanes Genre, in dem die Motive ganz natürlich ohne Inszenierung eingefangen werden. Mit unserem X-Photographer Jonas Rask haben wir neun hilfreiche Tipps zum Aufnehmen spannender Streetaufnahmen zusammengestellt.

  • Tipp 1 für die Streetfotografie: Hab Geduld

  • Die ersten Schritte in einem neuen Fotografie-Genre sind nicht immer leicht. Bei der Streetfotografie lassen sich Aufnahmen und Settings kaum im Voraus planen. Es empfiehlt sich daher, viel auszuprobieren, sich die Ergebnisse genau anzuschauen und das Verbesserungspotential zu erkennen. Lass dir Zeit bei der Suche nach dem richtigen Motiv und dem Beobachten der Umgebung. Mit etwas Geduld wirst du den richtigen Augenblick erkennen und einfangen.

    Timing ist ein besonders wichtiger Aspekt in der Streetfotografie, wie auch Jonas Rask weiß: „In dem Chaos einer Straßenszene entwickelt man die Fähigkeit, kleinste Details wahrzunehmen. Man lernt theoretische Aspekte der Belichtung und Komposition sowie die Wichtigkeit von erstklassigem Timing kennen.“


  • Jonas Rask | X-Pro3 | F5.6 | 1/1000 Sek. | ISO-800 | 23mm
  • Tipp 2 für die Streetfotografie: Sei immer bereit

  • In der Streetfotografie lauern überall potentielle Motive – die besten kommen oft, wenn man sie am wenigsten erwartet. Daher ist es wichtig, dass du auf diesen Moment vorbereitet bist. Sorge dafür, dass du deine Kamera immer griffbereit hast. Eine schnelle Umsetzung ist manchmal genauso wichtig wie ein guter Blick.


  • Jonas Rask | X-Pro3 | F5.6 | 1/250 Sek. | ISO-800 | 23mm

  • Jonas Rask | X-Pro3 | F2 | 1/1000 Sek. | ISO-1600 | 35mm

  • Jonas Rask | X-Pro3 | F2 | 1/4000 Sek. | ISO-1600 | 23mm

  • Jonas Rask | X-Pro3 | F1.4 | 1/110 Sek. | ISO-400 | 23mm
  • Tipp 3 für die Streetfotografie: Die richtige Kamera

  • Bei der Wahl der Kamera gilt: je kleiner, desto besser. Mit einer kompakten Kamera kannst du möglichst unentdeckt fotografieren und die Momente authentisch einfangen. Wichtiger ist jedoch, dass du dich mit deiner Kamera beschäftigst und dich mit der Anwendung vertraut machst. Damit du dich beim Fotografieren voll und ganz auf dein Motiv konzentrieren kannst. Je weniger Zeit du benötigst, um ein Foto aufzunehmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass du unbemerkt bleibst und den richtigen Augenblick einfängst.

    Hier sind die besten Kameras für die Streetfotografie:


  • Jonas Rask | X-Pro3 | F16 | 1/1000 Sek. | ISO-1000 | 16mm
  • Die FUJIFILM X100V verfügt über ein fortschrittliches 23mmF2-Weitwinkelobjektiv, um jedes Detail mit dem X-Trans CMOS 4-Sensor festhalten zu können. Die spiegellose Kompaktkamera fokussiert schnell auf Personen in Bewegung und erkennt Gesichter auch im Profil. Die Kamera ist dabei besonders handlich und stellt sogar bei Dunkelheit (bis -5 EV) schnell und präzise auf das Motiv scharf.

  • Auch die kompakte Systemkamera FUJIFILM X-E4 ist für Streetfotos ideal und passt dank ihrer Größe in jede Jacken- oder Kameratasche. Durch ihr übersichtliches und funktionales Design können alle Einstellungen schnell und einfach vorgenommen werden. Die perfekte Ergänzung für die X-E4 ist das flache FUJINON XF27mmF2.8 R WR.

  • Eine weitere Option bietet die FUJIFILM X-Pro3. Die Systemkamera glänzt durch ihre Wetterbeständigkeit und einfache Handhabung. Sie ist genauso wie die anderen beiden Modelle leitungsfähig, kompakt und intuitiv.

    Letzten Endes ist die Kamera, die du immer dabei hast, die richtige für dich.

  • Tipp 4 für die Streetfotografie: Das richtige Licht

  • Über den Tag verteilt kannst du verschiedene Lichtstimmungen beobachten. In der Morgendämmerung steht die Sonne zum Beispiel sehr tief, erzeugt lange Schatten und hüllt die Umgebung in ein goldenes Licht. Mittags steht die Sonne im Zenit und das Licht ist sehr stark. Zu dieser Zeit lassen sich durch die intensiven Farben besonders gut Spiegelungen einfangen. Im Laufe des Tages wird das Licht immer gedämmter, sodass Aufnahmen „weicher“ wirken. Kurz bevor die Sonne untergeht, färbt sich der Himmel dunkelblau. Durch diese „blaue Stunde“ entsteht nochmal eine ganz neue Atmosphäre. Probiere aus, welche Lichtstimmung am besten deinen Stil widerspiegelt.


  • Jonas Rask | X-Pro3 | F5.6 | 1/1500 Sek. | ISO-800 | 23mm

  • Jonas Rask | X-T3 | F4 | 1/8000 Sek. | ISO-800 | 23mm

  • Jonas Rask | X-Pro3 | F2 | 1/1000 Sek. | ISO-3200 | 23mm

  • Rinzi Ruiz | X100V | F5.6 | 1/640 Sek. | ISO-200 | 33mm

     


    Jonas Rask | X-Pro3 | F2 | 1/60 Sek. | ISO-1000 | 23mm


    Jonas Rask | X-Pro3 | F16 | 1/500 Sek. | ISO-500 | 16mm

  • Tipp 5 für die Streetfotografie: Licht und Schatten

    Das Licht sorgt nicht nur für unterschiedliche Lichtstimmungen, sondern lässt dich auch spannende Aufnahmen durch das Spiel aus Licht und Schatten kreieren. Achte auf die Sonnenstrahlen und schrecke nicht vor zu grellem Licht zurück. Denn auch bei „extremeren“ Lichtverhältnissen ist es spannend zu beobachten, wie sich Sonne und Schatten zu den Menschen und ihrer Umgebung verhalten.

    Tipp 6 für die Streetfotografie: Achte auf den Hintergrund

    Auch der Hintergrund spielt eine wichtige Rolle. Ein unruhiger Hintergrund kann schnell vom Motiv ablenken. Suche dir daher eine interessante, aber simple Kulisse für dein Foto. So stellst du sicher, dass beim Betrachten deines Bildes der Fokus auf dem Wesentlichen ist.

    Tipp 7 für die Streetfotografie: Wechsel die Perspektive

    Lasse dich auf deine Umgebung ein und arbeite mit dem, was du siehst. Manchmal lohnt es sich, eine Komposition aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Guckt ihr ab und zu auch mal nach oben? Es lohnt sich!

    Tipp 8 für die Streetfotografie: Kleine Details machen den Unterschied

    Auch alltägliche Momente können spannend in Szene gesetzt werden. Versuche das Straßenleben aus deiner eigenen Perspektive wahrzunehmen und festzuhalten. Beschränke dich dabei nicht nur auf Straßen und Menschen. Suche beispielsweise nach schönen Silhouetten, zurückgelassenen Gegenständen oder außergewöhnlicher Architektur.


  • Alina Jäger | X-E4 | F2.8 | 1/500 Sek. | ISO-500 | 27mm

  • Alina Jäger | X-E4 | F1.4 | 1/3500 Sek. | ISO-160 | 35mm
  • Tipp 9 für die Streetfotografie: Emotionen einfangen

    Herausragende Streetaufnahmen werfen Fragen auf, lassen den Betrachter innehalten und regen zum Nachdenken an. Es kann vorkommen, dass du die perfekte Komposition gefunden hast und dennoch kein Foto aufnehmen solltest. Aussagekräftige Bilder transportieren Gefühle. Wenn ein Motiv Gefühle bei dir auslöst, dann ist es eine gute Grundlage für ein emotionales Bild.

    Das sieht auch Streetfotograf Jonas Rask so. Er konzentriert sich auf Bilder, die besondere Gefühle hervorrufen: „Eine tolle Streetaufnahme lässt einen nicht los, während man sich fragt, was die Geschichte hinter der dargestellten Szenerie sein könnte. Der Grund dafür kann die Interaktion der Motive miteinander sein, das Fehlen dieser Interaktion oder die Technik der Aufnahme: Beleuchtung, Timing und Gesamtstimmung“.


  • Sonia Ziegler | X-Pro3 | F2.8 | 1/125 Sek. | ISO-2000 | 27mm