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10.03.2017 Saraya Cortaville

Neubeginn im Himalaya von Saraya Cortaville

Saraya Cortaville

Saraya Cortaville is an award winning portrait and social documentary photographer.
She has received two fellowships (one of only two women in the uk to have achieved this) one for studio portraiture and most recently social documentary for a project she completed in 2015 whilst living in Africa.
She was awarded the Peter Grugeon award for the best fellowship portfolio of 2015, and a gold award in Visual Arts in the professional photography awards 2016.
Saraya’s passion for travel and people has pushed her career in to a more adventurous phase and she has recently lived and worked abroad for various international NGO’s documenting social issues in countries as far as Tanzania and Nepal.
Saraya skillfully manages to draw out her subjects emotions and feelings, in a sensitive and empathetic nature, her portraits are an observation and moment of connection, between two people, rather than photographer, subject.
When not abroad Saraya shoots primarily location portraiture specializing in children and documentary weddings.

Als X-Photographer genießt man einige Vorteile. Das beginnt schon damit, dass man einige der neuesten Produkte ausprobieren kann, lange bevor das Internet darüber spekuliert. Man fühlt sich wie ein Top-Spion! Richtig genial!
Im November 2016 hatte ich zum Beispiel die Gelegenheit, als erster Fotograf den Nachfolger der beliebten X-T10 testen zu können. Die Kamera wurde in einem kleinen Paket geliefert, das mit Luftblasenfolie eingeschlagen war. Das Päckchen war so klein, dass ich zunächst gar nicht glauben wollte, dass es tatsächlich die Kamera beinhalten sollte. Aber es war so und keine Frage, dieses glänzende Vorserienmodell der X-T20 hatte einiges zu bieten!
Meine erste Reaktion, als ich die Kamera ausgepackte, war in etwa so: „Du meine Güte, wie klein ist das Ding denn? Wird die wirklich etwas reißen können und die gleiche Qualität bieten, die ich von meinen anderen FUJIFILM -Kameras gewohnt bin?“

Am folgenden Tag flog ich nach Nepal. Mein Ziel war Barpak, der Ort, an dem sich 2015 das Epizentrum des verheerenden Erdbebens befand. Ich war Teil eines kleinen Fotografenteams, das die wundervolle Arbeit des British Gurkha Welfare Trusts dokumentieren sollte. Die britische Hilfsorganisation spielte eine bedeutende Rolle beim Wiederaufbau des abgelegenen Bergstädtchen im Himalaya.
In meinem Reisegepäck war meine bewährte X-T2 (mit Batteriegriff) sowie die Objektive XF16-55mmF2.8, XF50-140mmF2.8, XF56mmF1.2 R APD und XF90mmF2 – und die X-T20. Außerdem hatte ich ein altes 17 Zoll großes MacBook Pro in meiner Billingham-Tasche. Bei der Gewichtskontrolle am Check-in bliebt aber glücklicherweise alles im grünen Bereich! 

Die zwei Tage lange Anreise nach Barpak war ziemlich anstrengend. Wir bekamen also gleich einen guten Eindruck, wie schwierig die Rettungsarbeiten und der Wiederaufbau nach dem Erdbeben gewesen sein mussten.
Als wir ankamen, begrüßte uns an jeder Ecke ein herzliches „Namaste“ und viele lächelnde Gesichter. Wir machten uns gleich auf den Weg, um uns einen Eindruck vom Stand der Arbeiten außerhalb des Ortes zu verschaffen.

Da ich die X-T20 erst am Tag zuvor erhalten hatte, war ich erpicht darauf, endlich damit zu fotografieren. Also stellte ich die Kamera rasch nach meinen persönlichen Präferenzen ein und schnappte mir eines der Objektive. Da es schnell gehen musste, hatte ich keine Zeit, den Kamerariemen anzubringen. Da das Gehäuse so leicht ist, brauchte ich den aber auch nicht wirklich.
Die kleine Kamera erwies sich als vorteilhaft, da ich mich den Menschen mit einem Lächeln und ein paar Brocken Nepalesisch nähern konnte, ohne dass sie die X-T20 überhaupt wahrnahmen. Für mich als Porträtfotografen war das ein echter Gewinn, da ich mich weniger anstrengen musste, um einen natürlichen, freundlichen Gesichtsausdruck zu erreichen.
Mir gefiel, wie leicht die Kamera war: Einfach mitnehmen und los geht’s! Die Einstellräder und die Menüführung fühlten sich bereits vertraut an, da sie sehr ähnlich zur X-T2 sind. Der Blendenring am Objektiv und das Verschlusszeitenrad oben auf der Kamera ergeben Sinn. Ich habe lediglich eine der rückwärtigen Tasten neu belegt, um direkt auf die ISO-Einstellung zugreifen zu können, danach war ich startklar!

Über den AUTO-Schalter direkt neben dem Verschlusszeitenrad hätte ich alle wesentlichen Entscheidungen der Kamera überlassen können. Ich selbst bin allerdings eher der Kontrolltyp, der das Ruder nicht gerne aus der Hand gibt, doch es gab einige Situationen in denen der vollautomatische Modus richtig hilfreich gewesen wäre.
Ich fotografierte im JPEG-Modus, mit der Einstellung „PRO Neg.Hi“, da ich die weiche Hauttonwiedergabe dieser Filmsimulation mag. Sie passte zudem sehr gut zu den Farben in den nepalesischen Dörfern.
Da die Kamera so klein ist, passen die etwas breiteren Objektive meiner Ansicht nach besonders gut dazu. Zusammen mit dem Gehäuse bilden sie eine ergonomische und gut ausbalancierte Einheit.

Zunächst hatte ich geplant, das XF56mmF1.2 R APD mitzunehmen, dieses Objektiv ist ja wirklich eine Schönheit! Bei einigen Exkursionen zur Goldenen Stunde habe ich zudem das XF16-55mmF2.8 ausprobiert, das ebenfalls sehr gut in der Hand liegt und in bestimmten Situationen mehr Optionen bei der Bildgestaltung bietet.
Die Qualität des XF56mmF1.2 R APD hat mich jedoch nach einiger Zeit vollends überzeugt und das Objektiv war fortan immer auf der Kamera. Die Auflösung ist einfach überragend und selbst bei Offenblende ist es knackscharf! In Kombination mit dem Sensor der X-T20 ergab sich eine himmlische Bildqualität. Außerdem passt es perfekt zu meiner Art der Reisefotografie.
Der Autofokus ist schnell und präzise, selbst bei Motiven, die sich andauernd bewegen – und die Nepalesen können ganz schön schnell laufen. (Daher wohl auch die Verbindung zu den Gurkhas, den nepalesischen Soldaten in der britischen Armee.) Die geringe Schärfentiefe des Objektivs ist herrlich und eignet sich ideal für meine Porträtaufnahme. Die Ergebnisse haben mich mehr als begeistert.

Wenn ich mir abends die Bilder durchsah, machte das mit dem Touchscreen der X-T20 richtig Spaß. Die Bedienung ist wie beim Smartphone: mit Wischen gelangt man zum nächsten Bild, zum Vergrößern zieht man zwei Finger auseinander. Komposition und Schärfe des Bildes lassen sich intuitiv überprüfen. Ich hoffe, dass solch ein Touchscreen in alle künftige X Serie-Modelle eingebaut wird.
Nach drei Tagen in Barpak mussten wir leider schon weiter. Dieser Ort hat mich beeindruckt. Ihre Einwohner sind wirklich hart im Nehmen und den Wiederaufbau und das Wachstum dort zu sehen, bot mir tiefe Einblicke in den menschlichen Geist. Und all das mit der X-T20 zu dokumentieren, die ihrerseits die Grenzen ihrer Klasse verschiebt, war ein echter Genuss. Diese Kamera wird mich auch bei meinen künftigen Abenteuern begleiten!

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