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11.01.2020

xMagReloaded - Manueller Fokus

Manueller Fokus: So benutzt ihr ihn richtig

Traut euch und stellt den Fokus-Schalter von Autofokus „AF“ auf „MF“! Das Scharfstellen von Hand eröffnet euch eine ganze Welt voll neuer Möglichkeiten.

Das Autofokussystem der Kameras von FUJIFILMs X Serie basiert auf hochkomplexer Technologie und liefert in allen erdenklichen Situationen gestochen scharfe Bilder. Da stellt sich natürlich die Frage, warum man überhaupt von Hand fokussieren sollte. Doch der manuelle Fokus (MF) bedeutet keineswegs einen Rückschritt in alte Zeiten. Vielmehr ist er ein kreatives Werkzeug, das heute nicht minder bedeutend ist als in der Vergangenheit. Tatsächlich könnt ihr im MF-Modus Bilder aufnehmen, die mit der automatischen Fokussierung nur sehr schwierig umzusetzen oder gar unmöglich wären.

Fotografen verwenden den „MF“ üblicherweise, um die volle Kontrolle darüber zu behalten, welche Bilddetails scharf dargestellt werden sollen und welche nicht. Der manuelle Modus eignet sich zudem gut für Aufnahmen, bei denen eure Sicht auf das zu fotografierende Objekt teilweise durch ein Objekt im Vordergrund verdeckt wird, was sogar das ausgefeilteste Autofokussystem irritieren kann. Bei den Kameras der X Serie stehen euch eine Reihe von Fokusassistenten zur Verfügung, die euch beim manuellen Scharfstellen unterstützen. Diese Funktionen und die Situationen, in denen sie Anwendung finden, wollen wir uns im Folgenden genauer anschauen.

1. Bildschärfe beim Komponieren prüfen

Die einfachste Art, die Bildschärfe zu überprüfen, ist bekannt und beliebt: Nach der Aufnahme zoomt man in das Bild auf dem Display. Aber was macht man, wenn man dabei feststellt, dass das Bild unscharf, der Moment aber leider vorüber ist? Die Kameras der X Serie geben euch die Möglichkeit, in das Bild hineinzuzoomen, während ihr euch noch mit der Bildkomposition auseinandersetzt. Dadurch wird das manuelle Fokussieren erheblich erleichtert. Standardmäßig könntet ihr das Rädchen auf der Rückseite der Kamera drücken, um diese Funktion zu aktivieren. Durch erneutes Drücken zoomt ihr wieder aus dem Bild heraus. Probiert auch einmal die Option „Fokus-Check“ im Menü der Kameraeinstellungen aus: Die Kamera zoomt dabei immer dann automatisch ins Bild, wenn ihr den manuellen Fokusring am Objektiv bewegt.

2. Fokus-Peaking und Schnittbild

Mithilfe der Funktion „MF-Assistent“ habt ihr die Möglichkeit, auch ohne zu zoomen das Bild präzise scharfzustellen. Das hat den Vorteil, dass ihr euch gleichzeitig um Komposition und Fokus kümmern könnt, da ihr nicht nur einen kleinen Bildausschnitt, sondern das gesamte Bild betrachten könnt. Beim Fokus-Peaking werden die Kontrastkanten der Bildbereiche, die sich in der Schärfezone befinden, durch eine helle Linie markiert. Wenn ihr am Fokusring dreht, leuchten folglich stets andere Bildbereiche auf. Eine weitere Möglichkeit ist die Schnittbild-Funktion (ebenfalls über „MF-Assistent“ einzustellen). Dies ist eine digitale Version der Schnittbildanzeige, wie sie bei älteren analogen Spiegelreflexkameras ohne AF zu finden ist, und sie funktioniert auch genauso: Im Schnittbildbereich des Suchers erscheint eine unterbrochene Linie; sobald ihr richtig scharfgestellt habt, ist die Linie nicht mehr unterbrochen. Welche der beiden Optionen ihr wählt, hängt vom persönlichen Geschmack und der Aufnahmesituation ab. Probiert am besten beide Varianten aus, um herauszufinden, welche euch zusagt.

3. Auf der Straße, in der „Zone“

Wenn ihr auf der Straße fotografieren möchtet, steigert ihr eure Erfolgsquote mithilfe der Zonen-Fokussierung. Hierbei wird die Schärfentiefe-Skala am Objektiv oder im Sucher der Kamera der X Serie aktiviert. Die Anzeige markiert den Bereich in der Aufnahme, der bei einem bestimmten Blendenwert scharf abgebildet wird. Arbeitet man mit dem Zonenfokus, nutzt man diese Information, um im Voraus festzulegen, mit welcher Blende man Objekte in einer bestimmten Entfernung am besten fotografiert (z. B. bei f/8 ist mit einem 23mm- Objektiv alles im Bereich von 1,5 bis 2 Meter scharf). Sobald ihr diese Voreinstellung manuell getätigt habt, braucht ihr beim Fotografieren nicht mehr durch den Sucher zu schauen, weil alles in dem von euch gewählten Bereich scharf aufgenommen wird. So könnt ihr auf der Straße relativ unauffällig fotografieren.

4. Vorfokussierung für den richtigen Moment

Eure Kamera der X Serie reagiert beim Auslösen schneller, wenn ihr die Fokusdistanz vorher manuell eingestellt habt. Denn die kleine Verzögerung, die der Autofokus zum Scharfstellen benötigt, entfällt. Manchmal kann dieser Bruchteil einer Sekunde einen großen Unterschied ausmachen. Insbesondere, wenn ihr auf den entscheidenden Moment zum Auslösen wartet, solltet ihr mit diesem Ansatz arbeiten. Findet ihr einen geeigneten Bildausschnitt, fokussiert und löst aus, wenn sich das Objekt an der gewählten Position befindet.

5. Benutzerdefinierte Einstellungen

Der manuelle Fokus der Kameras der X Serie basiert auf verschiedenen Faktoren. Wie der MF im Detail arbeitet, lässt sich durch zahlreiche benutzerdefinierte Einstellungen beeinflussen. Zum einen könnt ihr die Drehrichtung des Fokusringes festlegen (mit oder gegen den Uhrzeigersinn). Ihr könnt zudem einstellen, welche Einheiten in der Entfernungsskala im Sucher eingeblendet werden sollen. Beides steuert ihr über das Kameramenü.

6. Arbeiten mit dem optischen Sucher

Die X-Pro2, die X-Pro3 und die X100F verfügen über Hybrid-Sucher, die per Knopfdruck von elektronischer auf optische Funktionsweise umgestellt werden können. Wie ihr von Hand präzise scharfstellt, während ihr durch den optischen Sucher schaut? Das ist ganz einfach: Bewegt den Fokushebel in Richtung Objektiv, um einen Ausschnitt des Bildes als elektronische Vergrößerung einblenden zu lassen. Ihr könnt so Feinabstimmungen des Fokus vornehmen, ohne dabei auf das große optische Sucherbild verzichten zu müssen.

7. Absichtlich verschwommen

Selbstverständlich muss es beim manuellen Fokussieren nicht immer euer Ziel sein, gestochen scharfe Aufnahmen zu machen. Stellt den Fokus auch einmal so ein, dass Objekte extra unscharf abgebildet werden und findet heraus, wie ihr auf diese Weise abstrakte Bilder, wie beispielsweise von den hellen Lichtern einer Straße, erhaltet. Eine verschwommene und eine scharfe Aufnahme ein und desselben Objekts lassen sich mithilfe der Mehrfachbelichtung übereinanderlegen. Traut euch, zwischen den beiden Aufnahmen die Kamera leicht zu bewegen, sodass die Bilder absichtlich gegeneinander verschoben werden.