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Rückschau auf unseren #xHibition Fotocontest – Gewinner Stephan Überbacher im Gespräch

Am 12. Februar riefen wir gemeinsam mit Juror und X-Photographer Michael Damböck zur Teilnahme an unserem ersten #xHibition Fotocontest auf. Das Thema: Blickkontakt! Bis zum 26. Februar hatten Fotografen aller Art dazu Zeit, an unserem Wettbewerb teilzunehmen und eines ihrer Bildmotive zum Thema in den Ring zu werfen. Das Ergebnis: Sage und schreibe über 400 Bildeinsendungen, die uns in Anbetracht der vielfältigen Interpretationsansätze des Themas und der herausragenden kreativen fotografischen Lösungen begeisterten. Vielen Dank an alle, die teilgenommen haben – die nächste Runde folgt bestimmt – stay tuned!

Und natürlich möchten wir euch den Gewinner unseres Contests nicht vorenthalten: Der 31-jährige Stephan Überbacher aus Preding in der Nähe von Graz hat den ersten Platz belegt! Wenn er nicht gerade in seiner Rolle als Hobbyfotograf mit seinem vierbeinigen Begleiter in Feld und Flur unterwegs ist, um eindrucksvolle Szenerien der Natur abzulichten, geht er seinem Job als Polizeibeamter nach und verbringt als frisch gebackener Vater viel Zeit mit seiner kleinen Tochter. Im Gespräch verrät er uns, was es mit seiner Top-1 platzierten Gewinneraufnahme auf sich hat:

„Das außergewöhnliche Model hat super mitgemacht“

„Mein Gewinnerfoto kann man als spontane Glücksaufnahme bezeichnen. Durch Zufall ist mir letzten Herbst einer dieser süßen Kerlchen vor die Linse gekommen und für eine kurze Zeit hat das außergewöhnliche Model super mitgemacht, wodurch einige tolle Fotos entstanden sind.

Die größte Herausforderung bei so einem Tier in der freien Wildbahn ist, dass man nicht viel Zeit hat und schnell agieren muss. Meistens nimmt man Laubfrösche nur akustisch wahr und sieht sie nicht. Und wenn man sie dann mal sieht, sind sie schwer zu fotografieren, da sie natürlich nicht stillhalten. Zum einen macht genau das dieses Foto zu etwas Besonderem für mich, zum anderen der direkte Blick des Frosches in die Kamera, als würde er mir in die Augen schauen und Blickkontakt halten.“

Die Fotografie als wiederentflammte Leidenschaft

„Ich habe mich eigentlich schon immer für Fotografie interessiert. Mein Vater ist begeisterter Hobbyfotograf und hat dieses Interesse auch bei mir immer gefördert. Schon als Kind habe ich mit diversen Einweg- und Kompaktkameras herumgeknipst. Zu meinem Schulabschluss habe ich dann meine erste DSLR bekommen. Danach ist das Fotografieren ein wenig in den Hintergrund gerückt – die Kamera hatte ich maximal im Urlaub dabei und habe mich längere Zeit kaum damit beschäftigt. Bis vor etwa eineinhalb Jahren meine Leidenschaft für die Fotografie wieder frisch entflammte, als ich zu meinem 30. Geburtstag die Fujifilm X-T2 geschenkt bekam.

Heute ist Fotografieren für mich nicht nur ein Hobby – für mich ist es Entspannung. Wenn ich mich auf ein Motiv konzentriere, kann ich alles andere drum herum ausblenden und voll abschalten. Das tut gut. Zusätzlich ist es das Festhalten von Erinnerungen, das ich an der Fotografie so sehr schätze. Zurzeit fotografiere ich hauptsächlich meine kleine Tochter – sie ist vermutlich das am häufigsten fotografierte Kind der Welt. Ansonsten ist mein liebstes Genre die Makrofotografie draußen in der Natur. Ich finde es einfach faszinierend, welch großartige kleine Welt um uns herum existiert.“

Stephans Ausrüstung für private Portrait-Aufnahmen und seine Makro-Fotografie

„Ich fotografiere mit der FUJIFILM X-T2 – sie ist für mich perfekt! Bei den Objektiven nutze ich momentan hauptsächlich das XF35mmF1.4 und das XF56mmF1.2 – super Objektive mit toller Lichtstärke, um meine Tochter in allen möglichen Situationen abzulichten. Bei Makro-Aufnahmen hat sich das XF80mmF2.8 zu meinem Lieblingsobjektiv entwickelt. Ab und zu kommen auch alte Objektive mit Festbrennweite aus meiner kleinen Sammlung zum Einsatz.“

Wo geht die Reise hin?

„Meine Ziele? Ganz klar: ich möchte mich in der Fotografie weiterentwickeln und verbessern. Momentan steht Photoshop sehr weit oben auf meiner Liste. Ab und zu ist Photoshop wirklich gut zu gebrauchen, daher möchte ich meine Bildbearbeitungskenntnisse verbessern. Ein Foto-Projekt, das ich schon länger im Kopf habe, ist eine Aufnahme aus dem letzten Jahr, die ich noch einmal perfektionieren möchte. Hier habe ich eine mit Blattläusen befallene Pflanze fotografiert. Klingt erstmal unspektakulär, ist jedoch bei genauerem Hinsehen sehr faszinierend: eine ganze Armee skurriler kleiner Lebewesen, die fleißig arbeiten. Diese Aufnahme möchte ich noch einmal rekonstruieren und nach meinen persönlichen Vorstellungen perfektionieren – vielleicht diesmal mit Stativ.“

Erkenntnisse aus Stephans fotografischem Alltag

„Ich halte mich keineswegs für einen Profi-Fotografen und bin sehr kritisch, was meine Fotografien angeht. Daher möchte ich den Lesern statt Tipps einfach ein paar Dinge an die Hand geben, die ich als Erkenntnisse bisher für mich mitnehmen konnte:

1. Ich finde es extrem wichtig, die eigene Ausrüstung zu beherrschen. Die teuerste Kamera und das beste Objektiv nützen nichts, wenn man damit nicht umgehen kann. Wenn es darauf ankommt, muss man oft schnell sein und hat keine Zeit lange nach Einstellungen zu suchen.
2. Moderne Technik bietet so viele Vorzüge, die genutzt werden wollen! Zum Beispiel ermöglichen heutige Speichermedien Unmengen an Speicherplatz. Natürlich meine ich nicht, dass man deswegen einfach unüberlegt knipsen sollte. Aber man kann ruhig öfters abdrücken und sich die beste Aufnahme in aller Ruhe am PC heraussuchen. Mittlerweile fotografiere ich ausschließlich im RAW Format, da die RAW Entwicklung so viele Möglichkeiten bietet, ein nicht ganz optimales Bildergebnis noch zu retten!
3. Ein weiterer Punkt, den ich genauso unterschreiben würde, ist die folgende Redewendung: „Ein gutes Foto ersitzt man, man erläuft es nicht.“ Manche Motive oder besonders schöne Lichtstimmungen können auf sich warten lassen – Geduld zahlt sich aus!
4. Zum Schluss möchte ich das für mich Wichtigste ansprechen: tolle Motive und tolle Lichtstimmungen verbergen sich überall – man muss nirgendwo hinfahren, es gibt genug Möglichkeiten und Motive direkt vor der Haustür. Ein Praxisbeispiel: Bei einem Morgenspaziergang im Herbst mit Kinderwagen ist mir aufgefallen, dass sich eine eigentlich total langweilige und unspektakuläre Landschaft – durchzogen von einer riesengroßen hässlichen Stromleitung – im Sonnenaufgang für wenige Minuten in einen Traum aus Nebel und Farben verwandelt. Ich habe mir die Zeit gemerkt und war am nächsten Tag wieder mit dem Kinderwagen da. Nur diesmal mit Kamera im Gepäck und habe ein atemberaubendes Foto geschossen!“

Herzliche Grüße,
Euer Stephan Überbacher

Mehr Infos und fotografische Arbeiten von Stephan Überbacher:
https://www.flickr.com/photos/stephanueberbacher/
https://500px.com/stu87