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13.08.2019

xMagReloaded - Trevor Yerbury

Die Yerburys aus Edinburgh haben Fotografiegeschichte geschrieben – mit FUJIFILM in einer Hauptrolle.

Die Liebe zur Fotografie erben wir oft von unseren Eltern: Mutter oder Vater drücken uns in jungen Jahren eine Kamera in die Hand und schon ist es um uns geschehen. So auch bei Trevor Yerbury. Er trat in die Fußstapfen seines Vaters, doch die Karriere als Fotograf, die ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden war, reicht noch viel weiter zurück. „Ich bin Yerbury-Fotograf in der 4. Generation“, erklärt er uns. „Das Geschäft wurde 1864 von meinem Urgroßvater gegründet. Er zog von London hierher und eröffnete
ein Studio in der Princes Street. Seitdem ist es schon
in Familienhand.“

Trevor und seine Frau Faye sind wie seine Vorfahren auf Porträt- und Aktfotografie spezialisiert und halten damit die Bildergalerie lebendig, die sich über die
Jahre angesammelt hat. „Schon mein Urgroßvater und Großvater waren Porträtfotografen“, bestätigt Trevor. „Wir sind in Besitz vieler Fotos großer Berühmtheiten: Andrew Carnegie, König George V, J.M. Barrie, Sir Henry Wood. 1945 ließ man meinen Großvater in Paris einfliegen, um das erste Porträt von Charles de Gaulles zu machen. Das Foto haben wir noch, unterzeichnet von meinem Großvater und de Gaulle selbst.“

Trevor weiß nicht mehr, wann er zum ersten Mal eine Kamera in den Händen hielt, doch als er mit 17 Jahren ohne Abschluss von der Schule ging, wusste er genau, dass er Fotograf werden wollte. Drei Jahre ging er bei seinem Vater in die Lehre und nach 43 Jahren im Geschäft hat er diesem durch
die holprigsten Zeiten seiner Geschichte geholfen. „Was die Kameraausstattung angeht, haben wir einen beispiellosen Wandel erlebt“, gibt er zu. „Zu Anfang fotografierte ich noch mit Großbildkameras, dann mit Hasselblads, mit digitalen Nikons und heute mit einer FUJIFILM. Wir haben wirklich nichts ausgelassen. Als wir damals auf Nikon umstiegen, versetzte das meiner Leidenschaft einen Dämpfer – vor allem, weil ich zu viele Bilder schoss. Plötzlich konnte man unbegrenzt viele Aufnahmen machen. Mit der Hasselblad hatte ich nur 12 Versuche. Da zählte jedes Bild. Das hat mich letztlich zum Umstieg auf die FUJIFILM bewogen. Auf dem Kamerabildschirm kann ich mir die Bildkomposition überlegen. Das zwingt mich, die Sache langsam anzugehen und mir jeden Schritt genau zu überlegen – wie damals mit der Hasselblad. Ich fotografiere mit mehr Bedacht.“

Interessanterweise, so erfahren wir, hält Trevor
seine FUJIFILM-Kameras nie auf Augenhöhe. Das Foto entsteht ausschließlich auf dem LC-Display. Der Grund dafür ist einfach: „Bei Groß- oder Mittelformatkameras besteht immer Blickkontakt zum Model. Dieser geht bei einer Kompaktkamera verloren, weil man die Kamera auf Augenhöhe hält. Jetzt fotografiere ich über den Bildschirm und kann dabei Blickkontakt halten – ein Riesenunterschied“, so Trevor. „So habe ich mehr Freiraum: Über den Bildschirm kann ich die Pose und den richtigen Blickwinkel bestimmen und das Resultat begutachten; aber vor allem kann ich mit dem Model interagieren, bevor ich den Auslöser drücke.“

 

Vor Erscheinen der X-Pro2 nutzte Trevor die X-Pro1, ohne sich davon beirren zu lassen, dass seine Frau die X-T1 verwendete. „Die X-T1 ist nicht schlecht, sie hat zusätzliche Funktionen und ist schneller als die X-Pro1. Aber ich mag es eben einfach – dreh dieses Rad, drück den Knopf und drück ab. Ich meide alles, was das Leben kompliziert macht.“

Der Wunsch nach Einfachheit bestimmt auch seine Methodik: Er bevorzugt diffuses Tageslicht oder eine einzige Lichtquelle mit Softbox. Er bleibt auch nach Möglichkeit bei derselben Belichtungszeit: 1/125 Sekunde bei F5.6, ISO 200. So verliert er keine Zeit durch Bedienung eines Belichtungsmessers oder eine weitere Lichtquelle. „Damit bin ich zu 99 % auf die Person konzentriert und kann das Gespräch am Laufen halten – ganz gleich worüber“, erklärt er.

„Ich will mit meiner Kunst dem Betrachter die Person hinter dem Bild näherbringen. Es gibt zwei Denkschulen, die sich damit beschäftigen, wie man das erreicht“, so Trevor weiter. „Ein berühmter Fotograf war bekannt dafür, seine Models ins Studio einzuladen, zu platzieren und zu fotografieren, ohne sich mit ihnen wirklich zu unterhalten. Ich hingegen möchte die Person kennenlernen und einen Draht zu ihr finden. Schließlich ängstigt die meisten Menschen der Gedanke, vor der Kamera stehen zu müssen. Ich plane meine Foto-Sessions nie im Voraus, sondern beobachte das Verhalten und die Reaktionen der Person im Gespräch. So kannst du dein Bildkonzept entwickeln.“

Trevor gibt zu, dass er zunächst skeptisch war, als er von den Neuerungen der X-Pro2 hörte. „Ich befürchtete drastische Neuerungen, war jedoch begeistert, als
ich die X-Pro2 dann in Aktion sah: Der Formfaktor ist fast unverändert, aber die neuen Einstellräder an der Oberseite sind ein dickes Plus: viel griffiger!“

Trevor ist auch ein großer Fan der höheren Auflösung, jedoch aus anderen Gründen, als vielleicht zu vermuten: „Wir erstellen digitale Negative und drucken die Bilder dann im Platin-Palladium-Verfahren, das in den 1870ern entwickelt wurde. Dazu stellen wir lichtempfindliches Papier aus einer Platin-Palladium-Mischung her. Das geht nur mit Kontaktabzügen. In den 1980ern nutzte ich daher eine 10 x 8-Zoll-Kamera für einen 10 x 8-Zoll- Abzug. Heute kann ich digitale Negative im A3-Format erstellen und erhalte größere Abzüge. Platin-Palladium-Drucke überdauern die Zeit, da die Zusammensetzung des Papiers verhindert, dass sie ausbleichen.“

Trevor verwendet nicht alle Funktionen der X-Pro2, doch ihm gefallen das größere LC-Display und der schnellere Autofokus. Entscheidend aber ist für ihn, dass die Essenz der X-Pro1 bewahrt wurde. „Wer es einfach und schlicht mag“, so sein Fazit, „für den ist sie die erste Wahl.“

Mehr Infos zu Trevor Yerbury:
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