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06.06.2019

Eine Reise in die beinahe vergessene Welt der Reggae-Legenden von Jamaika

Reggae stammt ursprünglich aus Jamaika und zählt zu einer der bedeutendsten Stilrichtungen der populären Musik. Spätestens durch Künstler wie Bob Marley ist sie nun seit etlichen Jahren auch fester Bestandteil der westlichen Musikkultur. China Hopson ist Fotografie-Studentin an der Hochschule Hannover und widmete sich in ihrer Bachelorarbeit mit dem Titel „Heartbeat Of A Mango Tree“ genau diesem Thema. Erfahrt im Beitrag mehr über Chinas Spurensuche nach Reggae-Legenden in Jamaika und die Hintergründe einer spannenden Musikkultur.

Es war erst 2018 als die jamaikanische Reggae-Musik zum immateriellen UNESCO Welterbe ernannt wurde. Dennoch geraten die Reggae-Legenden des Landes immer mehr in Vergessenheit. Vor diesem Hintergrund zog es die Fotografie-Studentin für ihre Abschlussarbeit im Bereich Fotojournalismus und Dokumentarfotografie nach Jamaika, wo sie unter anderem in Zusammenarbeit mit der deutschen NGO Adabu Foundation die beinahe vergessenen Legenden portraitierte.

„Ich möchte ihnen wieder ein Gesicht geben und ihre Geschichte erzählen.“

Chinas Leidenschaft für Musik und ihr ausgeprägtes Interesse an Menschen und deren individuellen Geschichten brachten sie auf das Thema ihrer Bachelorarbeit: „Meine Arbeit dem Leben der Reggae-Legende Glasford „Porti“ Manning und den zahlreichen anderen vergessenen Musikern Jamaikas zu widmen, war eine bewusste Entscheidung,“ erläutert China. Sie berührte die Thematik, dass so viele herausragende Künstler und Musiker ihren Lebensabend in Altersarmut verbringen. Selbst notwendige Arztbesuche können sich die teilweise mittellosen Musiklegenden nicht leisten, da sie oftmals von den eigenen Musik-Produzenten um den verdienten Lohn betrogen wurden.

„Viele der Musiker leben abgeschieden auf dem Land, fernab von Jamaikas Hauptstadt Kingston. Zusammen mit der Adabu Foundation, einer Vereinigung, die sich um die finanzielle und soziale Unterstützung dieser Künstler kümmert, startete ich meine Reise“, berichtet China. „In Zukunft sollen Profile der Künstler auf der Website der Foundation entstehen, um Fans und Unterstützern die Kontaktaufnahme für Geldspenden oder Anfragen für Studioaufnahmen zu erleichtern. Mit den von mir erstellten Künstler-Portraits und Fotografien im Stil der Dokumentar- und Reportage-Fotografie möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass diese großartigen Musiker nicht von der Bildfläche verschwinden. Ich möchte ihnen wieder ein Gesicht geben und ihre Geschichte erzählen.“

Königsdisziplin Reportage-Fotografie

Als Mentor und Experte stand ihr X-Photographer Stefan Finger zur Seite. Er ist Dozent an der Hochschule Hannover und wurde für seine eigenen Fotoreportagen mehrfach ausgezeichnet. Als erfahrener Fotojournalist konnte er China bei der Erstellung ihrer Arbeit mit Rat zur Seite stehen: „Die Reportage lebt von spannenden, aussagekräftigen Themen, die es wert sind beleuchtet zu werden. Ein solches Thema hat China für sich und ihre Arbeit gefunden“, findet Stefan Finger. Über den Stil der Reportage-Fotografie erklärt er: „Sie gilt zurecht bei vielen als Königsdisziplin, denn kaum ein Genre in der Fotografie beeindruckt die Betrachter von Fotos mehr.“ Stefans Tipp: „Die Bilder einer Reportage sollen sich gegenseitig stützen und ergänzen, um ein facettenreiches und spannendes Gesamtbild zu vermitteln und eine fesselnde Geschichte zu erzählen. Mit wechselnden Perspektiven und Distanzen sollen Menschen, die nicht vor Ort gewesen sind, das Gefühl bekommen, live dabei gewesen zu sein. Es muss ein roter Faden erkennbar sein, keine inhaltlichen oder formalen Wiederholungen. Das ist gar nicht so leicht, denn es gibt vieles zu beachten.“

„Aber auch die journalistische Portraitfotografie ist keine einfache Disziplin: Es geht darum, die Person auf authentische Weise widerzuspiegeln und in ihrem Wesen zu erfassen. Hierfür ist eine entspannte Atmosphäre zwischen Protagonist und Fotograf zwingend nötig. Die portraitierte Person muss ihre Fassade abbauen, darf keine künstliche ‚Rolle spielen‘, um sich letztlich so zu zeigen, wie sie ist. Deshalb geht es auch nicht primär darum, dass die Person auf dem Bild möglichst gut aussieht oder in die Kamera lächelt. Vielmehr soll der Betrachter der Portrait-Aufnahme einen Eindruck von der Persönlichkeit des Portraitierten bekommen. Das Setting und das komplette Foto sollen uns übermitteln, um welchen Typ Mensch es sich auf dem Portrait handelt“, so Stefan Finger.

Bewegende Einblicke – nun auch für eine breite Öffentlichkeit

Während ihrer Reise portraitierte China viele verschiedene Reggae-Legenden und erhielt bewegende Einblicke in deren Leben: abgeschiedene, ländliche Bezirke mit – verglichen mit europäischen Standards – eher einfachen Lebensbedingungen. Aber auch atemberaubende Live Performances, zahlreiche bunte, lebensfrohe Feste, Sound Studios und vieles mehr. All diese Fotografien werden nun Bestandteil ihrer Abschlussarbeit werden und dabei helfen, die Geschichte der fast vergessenen Musiker erneut zu erzählen.

„Die Reise war nicht immer einfach und verlangte mir viel Planung und Geduld ab, aber sie hat sich definitiv gelohnt“, so China. Auch Dozent und X-Photographer Stefan Finger ist von ihrer Reportage beeindruckt: „Chinas Aufnahmen sind authentisch und zeigen den ungestellten Lebensalltag dieser Reggae-Größen. China hat es geschafft, ganz ohne Retusche und Inszenierung ein beinahe vergessenes Thema dokumentarisch aufzubereiten und dieses so einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Dabei hat sie beides, sowohl den dokumentarischen als auch den Reportage-Stil, in ihrer Arbeit toll umgesetzt. Mit viel Herzblut und Auge fürs Detail hat sie ihr fotografisches Können unter Beweis gestellt.“

Authentische Dokumentation mit dem X-System

Um junge Nachwuchstalente wie China zu fördern und ihnen Gelegenheit zu geben, das FUJIFILM-System kennenzulernen, statteten wir China mit Leihgeräten aus: „Die kompakte Größe der X-T3 und der lautlose Auslöser waren besonders von Vorteil. Hierdurch fühlte ich mich in meiner Rolle als Fotografin weniger aufdringlich und konnte ohne großes Aufsehen zu erregen fotografieren“, berichtet China. „Neben der überragenden Bildqualität, auch bei hohen ISO-Werten, finde ich die vielen verschiedenen Filmsimulationen der Kamera toll. Mein Favorit ist dabei der Classic Chrome Modus, der den Bildern einen ganz besonderen Look verleiht und dabei für eine ruhige Ausstrahlung sorgt.“

Mehr Infos zu und fotografische Arbeiten von China Hopson findet ihr hier:

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