GFX-Technologien – Folge 1: Die vier Geheimnisse des GFX-Sensors

Endlich ist sie da: die neue FUJIFILM GFX 50S. Die spiegellose Mittelformatkamera ist ein beliebtes Gesprächsthema vieler Profis und Enthusiasten auf der ganzen Welt, die ihre Erfahrungen im Internet, in den sozialen Medien und im direkten Gespräch austauschen. Mit dieser Artikelserie möchten wir Sie hinter die Kulissen der GFX 50S führen und Ihnen dabei manches bisher unbekannte Detail verraten.

In dieser ersten Folge dreht sich alles um den neuen Sensor – dem Herzstück des GFX-Systems. Viele Beobachter glauben, dass es sich dabei um einen normalen Sensor „von der Stange“ handelt. Aber das stimmt nicht, denn der Sensor in der GFX ist eine Maßanfertigung. Das wiederum hat vier gute Gründe, denn FUJIFILM würde seiner ultimativen spiegellosen Kamera niemals nur einen konventionellen Sensor spendieren.

1. Kompaktes Sensordesign

Der Sensor in der GFX 50S unterscheidet sich von anderen, gleich großen Sensoren. Die GFX 50S ist eine relativ kompakte Mittelformatkamera – wohl sogar die weltweit kleinste mit einem eingebauten Schlitzverschluss. Um diese Kompaktheit zu erzielen, wurden zahlreiche wichtige Bestandteile der Kamera in ihrer Größe minimiert.

Selbstverständlich betrifft das nicht die eigentliche Sensorfläche von 43,8 x 32,9 mm – dafür jedoch die Gestalt des Sensors in der GFX 50S. Typische Sensoren werden mit Sensorkontakten links und rechts der Sensorplatine verbaut. Bei der GFX befinden sich diese Kontakte hingegen auf der Rückseite des Sensors.

Dadurch wird die Sensoreinheit kleiner. Tatsächlich ist die Platine mit den Schaltkreisen sogar etwas kleiner als der Sensor selbst. Üblicherweise ist es genau andersherum.

2. Höhere Auflösung

Nicht nur die Größe der Sensoreinheit wurde für die GFX optimiert – an erster Stelle stand die höchstmögliche Bildqualität. Dazu tragen mehrere Faktoren bei: Beim Sensor spielt dabei die Auflösung eine sehr große Rolle. Der Sensor in der GFX verfügt über spezielle, einzigartige Mikrolinsen. Deren Größe wurde reduziert, sodass zwischen den einzelnen Pixeln mehr Platz bleibt. Dadurch werden die Aufnahmen mit der GFX schärfer als mit anderen Kameras, selbst wenn diese eine ähnlich hohe Pixelzahl besitzen.

3. Erhöhter Sättigungspunkt

Es gibt noch eine weitere Methode, ultimative Bildqualität zu erreichen: Der GFX-Sensor durchläuft bei seiner Herstellung einen speziellen Prozess, der den Photonen-Sättigungspunkt erhöht und so für einen größeren Dynamikumfang sorgt. Der Dynamikumfang wird dadurch um 1/3 EV erweitert, der Sensor kann also 1/3 Blendenstufe heller belichtet werden, ohne dass eine Überbelichtung auftritt.

Der erhöhte Sättigungspunkt ist bei ISO 100 besonders effektiv. Deshalb empfehlen wir, die Kamera – wenn möglich – auf ISO 100 einzustellen, um in den Genuss des maximalen Dynamikumfangs zu kommen.

4. Schnellerer Autofokus

Zum Schluss noch etwas zur Auslesegeschwindigkeit des Sensors. Die GFX 50S ist eine spiegellose Kamera, die Autofokus-Messung erfolgt deshalb auf dem Sensor. Zwar verfügt dieser über keine Phasendetektionspixel, trotzdem ist die Autofokusgeschwindigkeit für eine Mittelformatkamera erstaunlich hoch. Einer der Gründe dafür ist die von 130 fps auf 200 fps erhöhte Ausleserate. Der Sensor wurde modifiziert, um dem Autofokus diese höhere Ausleserate zur Verfügung zu stellen. Die AF-Geschwindigkeit liegt zwar immer noch unter der von DSLR-Kameras mit dedizierten Phasendetektions-Sensoren, dafür arbeitet der Autofokus in der GFX jedoch deutlich genauer, ohne Back- oder Frontfokus – schließlich läuft alles auf dem Sensor selbst ab, der über eine Auflösung von 51,4 MP verfügt. Der Autofokus der GFX bietet auf diese Weise ein optimales Gleichgewicht zwischen Geschwindigkeit und Präzision.

Soviel zu den vier Geheimnissen des neuen GFX-Sensors. In der zweiten Folge befassen wir uns mit dem G-Bajonett, das für die GFX ebenfalls von Grund auf neu entwickelt wurde.


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