Das EF-X500 Blitzgerät – ein Überblick von Max De Martino

Als Porträt- und Hochzeitsfotograf nutze ich künstliche Lichtquellen, um meine bevorzugte Beleuchtung unabhängig von den jeweiligen Wetterbedingungen zu erzielen.

Seit ich vor drei Jahren komplett zum FUJIFILM X System gewechselt bin, musste ich in dieser Hinsicht mit einem Manko leben: Es gab kein „ernstzunehmendes professionelles Blitzgerät“. Die Kameras und Objektive an sich sind großartig, die Farben sind exzellent, vor allem die Hauttöne werden einwandfrei wiedergegeben.

Was den Blitz angeht, sah die Sache allerdings lange anders aus. Ich war einer der ersten X-Photographer in Italien und nutzte meine Kontakte zu FUJIFILM in Japan, um das Thema anzusprechen. Ich brauchte einfach ein leistungsstarkes Blitzgerät mit einer hohen Leitzahl, einer kurzen Blitzladezeit und einer Kurzzeit-Synchronfunktion/HSS, mit der ich die „klassische“ Synchronisationszeit von 1/250 Sekunde der X-Pro2 hinter mir lassen könnte.

Im Januar 2016 wurde ich zusammen mit zwei weiteren italienischen X-Photographer zum fünfjährigen Jubiläum der X Serie nach Japan eingeladen – und dort wurde sehr zu meiner Freude der begehrte Systemblitz endlich präsentiert. Die Verarbeitungsqualität war klasse und das Gerät sah insgesamt richtig toll aus. Meine Erwartungen waren entsprechend hoch. Vor einigen Wochen hatte das Warten für mich dann ein Ende, als ich ein Paket mit drei EF-X500 zum Testen erhielt. Ergänzend zu diesem Beitrag, der als Einführung dient, werde ich in den kommenden Monaten vier weitere Beiträge über die Blitzgeräte beisteuern.

Das Erste, was mir nach dem Auspacken auffiel, ist die exzellente Verarbeitung des EF-X500: Das Blitzgerät wirkt sehr stabil, der hochwertige Kunststoff und die griffigen Gummielemente im Lederdesign erinnern an die Gehäuse der X-T- und X-Pro-Kameramodelle. Ein weiterer Punkt, den ich hervorheben möchte, ist die wetterfeste Abdichtung; das EF-X500 ist gegen Regen und Staub geschützt und somit das perfekte Zubehör für die X-T1 sowie für die neuen Modelle X-T2 und X-Pro2 sowie für.

Das EF-X500 hat einen tiefen Schwerpunkt, da sich die vier AA-Batterien im unteren Bereich befinden; in Kombination mit den leichten Kameras das X Serie ergibt sich somit eine gut ausbalancierte Einheit. 

Das sind die Kernmerkmale des EF-X500 aus technischer Sicht:

  • Maximale Leitzahl von ca. 50 (ISO 100・m)*
  • Zoombarer Reflektor für Brennweiten von 24mm bis 105mm**, mit der Streuscheibe lässt sich auch der Bildwinkel eines 20mm-Objektivs ausleuchten.
  • Zum indirekten Blitzen lässt sich der Reflektor um bis zu 90 Grad nach oben, 10 Grad nach unten, 135 Grad nach links und 180 Grad nach rechts schwenken.
  • LED-Videolicht, das zugleich als AF-Hilfslicht und Effektlicht (Spitzlicht) dient.
  • Bis zu zehn unterschiedliche Einstellungen lassen sich speichern. Durch das Ablegen von spezifischen Aufnahmebedingungen im Vorfeld können die benötigten Einstellungen bei Bedarf schnell abgerufen werden.

* Bei Reflektorzoomstellung auf 105 mm (äquivalent zum Kleinbildformat)
** Äquivalent zum Kleinbildformat

Da ich hauptsächlich mit entfesselten Blitzgeräten arbeite, ist es mir wichtig, dass das EF-X500 auch die drahtlose Blitzsteuerung beherrscht – sowohl im TTL-Modus, wenn ich keine Zeit zum Nachdenken habe, als auch im manuellen Modus, wenn ich die Ausleuchtung perfektionieren möchte.

 


Die Blitzladezeit des EF-X500 ist mit 2,5 Sekunden bei voller Blitzleistung sehr kurz und nicht länger als bei den Flaggschiffprodukten anderer Hersteller. Mit dem externen Batterie-Pack EF-BP1 lässt sie sich weiter verkürzen; ich hatte bislang allerdings noch keine Gelegenheit, das zu testen. 

Wird der Rahmen vorne am Blitzreflektor entfernt, können eine Weitwinkelstreuscheibe oder ein Infrarot-Filter (aktuell noch nicht in der Produktionsplanung) befestigt werden, über den Sie andere Blitze mit unsichtbarem Masterblitz steuern können. Durch den Vorsatz ändern sich die Abmessungen des Blitzgeräts nicht.

 

Ein sehr interessantes Feature des neuen Blitzgeräts ist das große LED-Licht auf der Vorderseite. Es ermöglicht selbst bei völliger Dunkelheit den Einsatz des Autofokus und kann zudem als Einstelllicht genutzt werden, um den Beleuchtungseffekt des Blitzlichts zu simulieren. Richtig praktisch ist das LED-Licht zudem bei Videoaufnahmen; auf Wunsch bleibt es auch eingeschaltet, wenn das Gerät von der Kamera entfernt aufgestellt wird.

Meine ersten Testaufnahmen habe ich mit Vorserienmodellen des EF-X500 gemacht, bei denen noch eine Beta-Version der Firmware lief. Deshalb zeige ich hier nur ein paar Bilder. Weitere Ergebnisse werde ich in den kommenden Beiträgen zeigen. Bis bald!

Über den Autor

Max De Martino befasst sich seit 1990 professionell mit Bildern, damals noch als Livebild-Regisseur für die Maxi-Screen-Projektionen bei der Europa-Tour des italienischen Sängers Eros Ramazzotti. Als Kameramann filmte er Interviews mit Madonna, Bruce Springsteen und Lou Reed.

Seit 26 Jahren ist die Fotografie fester Teil seines Lebens. Er hat für Kampagnen wie Fastweb und Pininfarina gearbeitet und italienische und ausländische Autoren porträtiert. Seine Fotos schmückten immer wieder Besprechungen und Buchtitel, unter anderem von solch bedeutenden Schriftstellern wie Wilbur Smith. De Martino ist Mitglied in der Berufsfotografen-Vereinigung „Tau Visual“ und fühlt sich deren Richtlinien und Verhaltenskodex verpflichtet. Er arbeitet sowohl in Italien als auch international für eine Vielzahl von Kunden, mit denen er in fließendem Englisch kommuniziert.

Vor 14 Jahren erstellt De Martino eine Webseite, die sich dem italienischen Journalisten und Schriftsteller Tiziano Terzani widmet, und deren Inhalte er seither koordiniert. 2006 lektorierte er das Buch „Dentro di noi, parlano i lettori di Tiziano Terzani“, das von Tea, Longanesi Gruppe, herausgegeben wurde. Er arbeitet mit mehreren NGOs wie Bambini Nel Deserto und L'Albero Della Vita zusammen und veranstaltet regelmäßig Fotokurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Eines der Projekte, an das er gerne zurückdenkt, war ein Kurs für Senioren im Alter zwischen 75 und 94 Jahren. Seine Arbeit fand die Anerkennung und Unterstützung der Region Lombardei, der Provinz Mailand sowie weiterer kommunaler Bezirke. Insgesamt gab es bislang sechs Ausstellungen mit seinen Arbeiten.

Wann immer es ihm möglich ist, versucht er zu reisen – mit dem Zug, dem Flugzeug, dem Fahrrad, seinem Auto oder mit seinem alten Motorrad. Er besuchte bereits 27 Länder und im Juni 2008 war er der erste westeuropäische Fotograf, der eine Einzelausstellung im Irak hatte. Im Anschluss wurde die Exponate der Ausstellung „No Ears“ der Universiät vn Erbil übergeben, wo sie noch immer zu sehen sind. 

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