Harald Schmitt

Germany
Profil

Meine fotografische Karriere begann in Trier zunächst mit einer Ausbildung, danach folgten Hochzeitsfotografie und Passfotos - eine typische, eher weniger spannende Karriere auf kleinem Niveau. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen bin ich nach München umgesiedelt und mich zunächst als Sportfotograf unter anderem bei den 72er Olympischen Spielen verdingt. Später habe ich dann für die Bildagentur Sven Simon in Bonn gearbeitet und mich auf politische und wirtschaftliche Themen konzentriert - das bedeutete auch, dauernd mit Politikern auf Reisen zu sein.

Anschließend folgten Engagements als Fotograf beim Film, unter anderem in Nizza und Paris, dann wieder zwei Jahre bei Sven Simon. Schlussendlich habe ich mich dann komplett selbstständig gemacht und eigene Ideen entwickelt, unter anderem Reportagen über US-Wahlen, Erdbeben in aller Welt, Streiks in England, Vietnamkrieg, IRA und vieles andere.

Seit 1977 arbeite ich für das Magazin Stern, war fünf Jahre Korrespondent in Ost-Berlin. Ich reiste mit Honecker nach Japan und Zambia, produzierte Reportagen über die sozialistisch geprägten Nachbarländer, konnte den Zusammenbruch der Tschecheslowakai porträtieren. Seit 1986 bin ich beim Stern im Hamburg und schieße Fotos in der ganzen Welt, stets umgeben von einem kleinen Team. Ich hatte bisher die Gelegenheit, 120 verschiedene Länder zu besuchen.

Kommentar

Die Fujifilm X-Pro 1 ist eine tolle Kamera. Die Objektive liefern eine gute bis hervorragende Bildschärfe. Meiner Ansicht nach ein wichtiger aktueller Trend: Ohne Blitz im natürlichen Licht fotografieren und dabei eine große Blende nutzen. Die Objektive, die Fujifilm für die X-Pro 1 bisher anbietet, eignen sich für diesen Zweck sehr gut.

Die Bedienung der Kamera ist sehr eingängig und ich kann sie gut an meine Bedürfnisse anpassen. Sie bietet einen Automatik-Modus für sehr gute Ergebnisse, lässt sich aber natürlich auch voll manuell einstellen. Eine meiner bevorzugten Halbautomatiken ermöglich die manuelle Einstellung der Blende, die Kamera erledigt dann den Rest. Eine der großen Stärken der Fujifilm X-Pro 1 ist der extrem leise Verschluss - selbst in sehr ruhigen Umgebungen ist er nicht aufdringlich laut.

Die Kamera erzieht den Fotografen geradezu dazu, sich den Motiven mit Ruhe und Präzision zu nähern - schnelle Schnappschüsse sind weniger das Metier dieses Modells. Das liegt unter anderem an den Festbrennweiten der Objektive, die den Fotografen dazu auffordern, sich selbst zu bewegen und die Bildausschnitte bewusst zu wählen.

Angenehm ist, wie wenig die kamera wiegt - selbst wenn ich alle drei Objektive mitführe, stört das Gewicht der Ausrüstung kaum. Gerade Nutzer von SLR-System werden sich darüber freuen, wie wenig die X-Pro 1 und ihre Objektive im Vergleich auf die Waage bringen.

Die hohe Lichtstärke der Optiken ist ein weiterer, wichtiger Pluspunkt, der die Available Light-Fotografie fördert - selbst bei sehr schlechten Lichtverhältnissen kann man tolle, rauscharme Aufnahmen produzieren.

Der Sucher der X-Pro 1 ist erstaunlich. Man hat drei Möglichkeiten: Entweder man nutzt das große Display auf der Rückseite der Kamera als Sucher - für mich nur eine Option, wenn ich Makro-Fotos in Bodennähe schießen will. Oder man benutzt einen klassischen optischen Sucher, bei dem die Bildecken eingeblendet werden, aber nicht viele Aufnahmeinformationen enthalten sind. Die dritte Option, ist die Nutzung des digitalen Suchers, der extrem hochauflösende Bilder zeigt und die gleichen, umfangreichen Informationen einblendet, die auch das große Display zeigen würde. Es handelt sich um die Beste Kombination der Vorteile von optischen Suchern und digitalen Anzeigen, da man einerseits die Bildschärfe sehr gut kontrollieren kann, andererseits alle wichtigen Aufnahmeparameter eingeblendet werden und man als Fotograf sogar eine "Vorschau"-Version des Fotos sieht, da im Sucher bereits alle Aufnahmeeinstellungen berücksichtigt werden.

Im Makro-Modus wird der digitale Sucher automatisch aktiviert, der Optische ist hier nicht nutzbar - das würde wegen der Parallaxenverschiebung auch keinen Sinn machen.

Insgesamt ist die X-Pro 1 für mich eine sehr gut ausgestattete, wirklich marktreife Kamera, die sich aufgrund ihrer starken Low-Light-Leistung und der dazu passenden Objektive auszeichnet - und das zu einem vergleichsweise günstigen Preis.

© FUJIFILM Corporation