GFX100RF: Straßenfotografie mit Craig Whitehead
Mit der FUJIFILM GFX100RF in der Hand durchstreift Craig Whitehead die Gassen von Sevilla.
„So sehr ich mich auch davon lösen will, ich bin ein Straßenfotograf“, sagt Craig Whitehead, Fotograf aus Großbritannien.
„Das beschreibt mich am besten – allerdings eher im Sinne der bildenden Kunst, weniger als Dokumentarist.“ Menschen spielen für Craig eher eine Nebenrolle.

„Viele suchen bewusst nach Szenen mit Menschen, für mich hingegen sind sie nur Randfiguren in der Komposition“, erklärt er. „Eine gute Geste ist prima, aber es geht mir nicht um das Aussehen der Person, sondern darum, wie sie in die Komposition passt und was sie tut.“
Für Craig zählt vor allem die Ästhetik des Bildes. „Manche dokumentieren mit Straßenfotografie ihre Zeit. Ich mag zeitgemäße Elemente, wenn sie ins Bild passen, aber das Bild muss vor allem gut sein“, betont er. „Es reicht mir nicht, einfach nur festzuhalten, was passiert.“
Mit der FUJIFILM GFX100RF erkundet Craig die Straßen von Sevilla und sucht nach zufälligen Momenten voller Schönheit.

GFX100RF
Die GFX100RF vereint den 102-Megapixel-GFX-Sensor mit dem ikonischen Design und der Haptik der FUJIFILM X100VI. Für Craig verbindet sie Vertrautheit mit neuen Möglichkeiten.
„Ich hatte lange Zeit eine FUJIFILM X100 in der Tasche, während ich mit der FUJIFILM X-Pro2 fotografierte. Meistens nutzte ich das FUJINON XF35mmF1.4 R oder das XF56mmF1.2 R APD. Für Weitwinkelaufnahmen griff ich jedoch lieber zur X100.“

„Ich hatte lange Zeit eine FUJIFILM X100 in der Tasche, während ich mit der FUJIFILM X-Pro2 fotografierte. Meistens nutzte ich das FUJINON XF35mmF1.4 R oder das XF56mmF1.2 R APD. Für Weitwinkelaufnahmen griff ich jedoch lieber zur X100.“
Doch in vielen Fällen empfand Craig die X100 als zu weitwinklig. „Ich verwende zwar immer Festbrennweiten, bevorzuge jedoch etwas engere Bildausschnitte. Mit dem größeren Sensor der GFX100RF kann ich den digitalen Telekonverter nutzen und so die gewohnten Kompositionen erzielen.“
Das feste 35-mm-Objektiv der GFX100RF bietet einen Bildwinkel, der mit einem 28-mm-Kleinbildobjektiv vergleichbar ist. Der digitale Telekonverter erweitert diesen auf 36 mm, 50 mm und 63 mm – ideal für Craig. „Mit dem 102-Megapixel-Sensor kann man viel zuschneiden und erhält trotzdem hochwertige Dateien“, sagt er. „In Sevilla habe ich hin und wieder zwar den gesamten Sensor genutzt, meist aber mit dem Telekonverter fotografiert – der engere Bildausschnitt entspricht einfach mehr meinem Denken und meinen Kompositionen.“
Natürlich kann man Bilder auch erst in der Nachbearbeitung zuschneiden, doch Craig liebt die Präzision beim Fotografieren. „Für die Komposition ist das entscheidend“, betont er. „Ich arbeite mit RAW und speichere parallel aber immer auch eine JPEG-Datei. Die Möglichkeit, den Ausschnitt direkt in der Kamera zu sehen, ist durch nichts zu ersetzen – man kann nicht die ganze Zeit fotografieren und den Ausschnitt im Kopf komponieren.“


Sucherkamera-Design
Ein weiteres zentrales Merkmal ist das klassische Sucherkamera-Design, das Craig besonders schätzt. Das geringe Gewicht und der Sucher machen die GFX100RF für Craig besonders. Mit einem elektronischen Sucher mit 5,76 Millionen Pixel und nur 735 Gramm passt sie perfekt zu seiner Arbeitsweise.
„Ich mag die Ergonomie der Sucherkameras“, erklärt er. „Ich bin ein ,Links-Äuger‘, sodass ich, wenn ich mit dem rechten Auge in den Sucher schaue, mit dem linken die gesamte Szenerie im Blick habe. Bei Kameras mit mittigem Sucher, blicke ich immer mit dem linken Auge durch den Sucher, sodass ich mich etwas eingeschränkt fühle.“
Mit einer Sucherkamera entgeht Craig weniger, weil ich mit beiden Augen offen herumlaufen und mit dem rechten Auge komponieren kann. „Gleichzeitig kann ich mit dem linken Auge sehen, was um mich herum passiert, anstatt durch einen Sucher zu schauen“, sagt er. „Außerdem versteckt man sein Gesicht nicht hinter der Kamera. Das erscheint in der Straßenfotografie offener und zugänglicher.“
Obwohl er schon lange ein Fan der X100-Kameraserie ist, hat die GFX100RF etwas, das ihn besonders anspricht. „Die Ergonomie der GFX100RF liegt mir einfach besser“, sagt er. „Es ist beeindruckend, wie sie diesen Sensor in ein so handliches Gehäuse integriert haben, das mir besser liegt als meine FUJIFILM X100VI.“
Auch das Bedienkonzept überzeugt ihn. „Die Platzierung des digitalen Telekonverters und des vorderen Einstellrads ist perfekt. Man erreicht alles schnell, ohne nachzudenken.“


Vertraute Formate, neue Dateien
Neu bei der GFX100RF ist das Bildformat-Einstellrad, das die Seitenverhältnisse legendärer Fujifilm-Kameras bietet. „Mit einem Dreh kann man auf 4:3 der GX680, Panorama 65:24 der TX-1 oder 1:1 der FUJICA Six umstellen“, sagt Craig begeistert.
Die 102-Megapixel-RAW-Dateien der GFX100RF bieten in der Nachbearbeitung außerdem erstaunliche Möglichkeiten für Pixel-Fans. Doch für Craig bleibt der Moment der Aufnahme, die eigentliche Fotografie, entscheidend.
„Die Nachbearbeitung dient der Verfeinerung, aber die Komposition und die Gestik müssen stimmen“, erklärt er. „Man kann Farben optimieren – wobei ich eher Farben abschwäche, die mir nicht gefallen – und den Kontrast verstärken, aber wenn das Bild von vornherein nicht gut ist, sollte man nicht versuchen, es zu retten.“
Für diejenigen, die einfach Spaß an der Kunst der Bildbearbeitung haben, sind die Dateien des GFX-Systems jedoch eine wahre Freude.

„Wer mehr Zeit mit der Bildbearbeitung verbringt, profitiert von der Flexibilität der Dateien, denn der Sensor ist einfach fantastisch“, schwärmt Craig. „Wer gerne Details in den Schatten hervorhebt, wird diesen Sensor lieben.“

Professionelle Leistung
Craig verbringt tagelang damit, auf der Suche nach der perfekten Komposition durch belebte Straßen zu drängen, und benötigt daher eine Ausrüstung, die eine gewisse Robustheit aufweist – und die aus Aluminium gefertigte GFX100RF enttäuscht in dieser Hinsicht nicht.
„Man tauscht den Adapterring an der Vorderseite des Objektivs aus, setzt einen Filter auf und schon ist das Ganze wetterfest“, so Craig. „Es gibt auch eine schöne Gegenlichtblende aus Metall dafür. Das ist für mich ein Muss, weil ich meine Kamera immer umhänge und sie dabei oft irgendwo anstoße.“
Craig betont zwar, dass ein sorgfältiger Fotograf auch ohne wetterfeste Ausrüstung arbeiten kann, doch er selbst sieht keinen Grund, auf den vorteilhaften Schutz zu verzichten. „Ich habe jahrelang mit nicht wetterfesten Objektiven gearbeitet und nie Probleme gehabt. Aber wenn man sie mit einem Filter wetterfest machen kann, verstehe ich nicht, warum man das nicht tun sollte. Es ist ja nicht so, dass sie im Weg sind.“

Die GFX100RF kombiniert die besten Eigenschaften der X100-Serie mit der Bildqualität des GFX-Systems – und hat in Sevilla bleibenden Eindruck hinterlassen.













